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1 Geographische Daten
Ein GIS zeichnet sich durch vier Hauptkomponenten aus (1):
- Eingabe
- Verwaltung
- Analyse
- Präsentation
Die in diesem Vierkomponentenmodell vorzuhaltenden Datentypen werden in die
drei Kategorien Geometrie-, Sach- und Graphikdaten mit folgenden Eigenschaften
unterteilt:
Geometriedaten beschreiben die räumliche Lage von
Objekten hinsichtlich ihrer Form und ihrer relativen Lage im Raum. In der
Regel wird der räumliche Bezug einzelner Punkte, Linien oder Flächen über
die Einbindung in ein Koordinatensystem vorgenommen, womit auch der Bezug zur
realen Welt und der Metrik festliegen. Geometriedaten können als Raster-
(Pixel) oder Vektordaten (Polygone / areas, Linien / lines, Punkte / sites)
vorliegen (vgl. Abbildung 2).
- Rasterdaten sind kontinuierlich im Raum verteilte
Daten, die in einer regelmäßigen Matrixstruktur aus i.d.R. quadratischen und
gleich großen Zellen angeordnet sind. Jede Zelle bekommt ein Attribut
(Eigenschaft,
Sachdatum) zugewiesen, das ein bestimmtes Phänomen repräsentiert
(z.B. Temperatur- oder Farbwert). Die Speicherung der Zellen erfolgt über
ihre Koordinaten. Ihre Anordnung lässt sich in Reihen (rows) und Spalten
(columns) gliedern. Der geometrische Datenzugriff geschieht über die
geographischen Koordinaten oder über die Angabe der Reihe bzw. Spalte. Das
Arbeiten mit Rasterdaten ermöglicht den Einsatz und die Analyse von
Fernerkundungsdaten wie Color-Infrarot-Bildern aus Befliegungen, Satellitenbildern u.a.m.
Ein Nachteil von Rasterdaten ist im notwendigen Speicherbedarf und in einem
entsprechend hohen Aufwand an Rechenzeit zu sehen, der mit einer Erhöhung
der Auflösung exponentiell steigt. Dieser Nachteil hat aber in den
vergangenen Jahren durch stetig steigende CPU-Leistungen und die größeren
Plattenkapazitäten an Bedeutung verloren. Darüber hinaus sind Rasterdaten
keine Nachbarschaftsbeziehungen zugeordnet, da jedes Pixel einzig durch seine
eigene Lage im Koordinatensystem definiert wird.
Figure 2:
Geometrie- und Sachdaten innerhalb Geographischer Informationssysteme
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- Vektordaten dienen zur Speicherung von
Linieninformationen bzw. bei geschlossenen Linienzügen (Polygonen) zur
Speicherung homogener Flächen. Eine Linie verbindet jeweils zwei Endpunkte
(Knoten), die wiederum Koordinaten besitzen. Jedem Vektorobjekt können
kein, ein oder mehrere Attribute (Eigenschaft) zugewiesen werden. Zur
Verwaltung wird in GRASS per default das dBase Format verwendet. Es stehen
aber auch Schnittstellen zu verschiedenen externen DBMS
(Database Management System) zur Verfügung, also zu Datenbanken wie PostgreSQL,
MySQL, Oracle etc. Im Gegensatz zu den Rasterdaten zeichnen sich
Vektordaten durch ihren vergleichsweise niedrigen Speicherbedarf und entsprechend kurze
Rechenzeiten bei durchgeführten Analysen aus. Anders als Rasterdaten besitzen
Vektordaten eine Topologie, d.h. Linien und Flächen "`wissen"', welche Knoten
sie besitzen bzw. welche Flächen an sie angrenzen.
- Punktdaten (Sites) können als Sonderform der Vektordaten
betrachtet werden. Sie werden zur Speicherung punktuell im Raum
verteilter Informationen eingesetzt. In GRASS 6.0dieser Datentyp im
Gegensatz zu den Versionen 5.0.x und 5.4 in Form von Vektorpunkten
speicherbar und hat dementsprechend die Eigenschaften von Vektordaten.
Sachdaten (categories) sind Attribute, die mit den oben
erwähnten Datentypen verknüpft sind. Ihre Speicherung erfolgt meist GIS-intern
oder in einem über DBMI (Database Management Interface) an das GIS
gekoppelten Datenbanksystem.
Graphikdaten schließlich beschreiben die Art und
Weise, wie ein räumliches Objekt unter einer bestimmten Thematik an einem
bestimmten Ausgabegerät (Monitor, Plotter usw.) dargestellt wird.
Über die Kombination der beschriebenen Datentypen in sogenannten Objektmodellen
werden sie im GIS qualitativ und quantitativ in Beziehung gesetzt. Diese in
einem GIS zu speichernden Phänomene und Objekte (Entitäten) treten
ihrerseits in zwei grundsätzlichen Strukturen auf:
- kontinuierliche Erscheinungen -> flächenhaft und unbegrenzt
im Raum
- diskrete Erscheinungen -> abgrenzbare Flächen und linienhafte
Objekte
Die jeweils "`richtige"' Auswahl der eingesetzten Datenstrukturen beim Aufbau
eines GIS ist vom Maßstab, der Raumauflösung, der Datenmenge, den
Ausgangsdaten, den geplanten Analysen u.v.m. abhängig.
Innerhalb von GRASS GIS ermöglichen verschiedene Module eine Konvertierung
zwischen den einzelnen Datenstrukturen. Beispielsweise können Höhenlinien,
die in einem flächenhaften Geländemodell (im Rasterformat) vorliegen, als
Vektorlinien abgelegt werden. Im Gegenzug kann bei der Interpolation einer
aus digitalen Höhenlinien (im Vektorformat) bestehenden Karte eine
geschlossene Geländeoberfläche im Rasterformat generiert werden. Je nach
Auflösung erfolgt dabei jedoch eine mehr oder weniger starke Generalisierung
der Ausgangsdaten (vgl. Abbildung 3).
Figure 3:
Vergleich von Raster- und Vektordatentypen auf identischer Fläche
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© 2005, GDF Hannover bR - Gesellschaft für Datenanalyse und Fernerkundung
Letzte Änderungen: 29-08-2005