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Die Anmeldung im Rechnersystem

Wenn Sie an einem UNIX-Rechner arbeiten wollen, werden Sie vom "`login"'-Bildschirm begrüßt. Sie sehen ihn nach dem "`Hochfahren"' Ihres Systems, beispielsweise Ihres Linux-PCs. Diese "`login"'-Prozedur wurde entwickelt, um die Nutzerdaten zu schützen. So ist das Rechnersystem auch für mehrere Personen zugänglich, die natürlich "`eingerichtet"' sein müssen, also über die Systemverwaltung Festplattenplatz und Zugriffskennwort zugewiesen bekommen haben. Bei vernetzten Systemen sieht der Zugang genauso aus: Sie arbeiten an einem "`Terminal"' und steuern einen anderen Rechner über Ihre Befehlseingaben. Via Internet kann dieser Rechner auch auf einem anderen Kontinent liegen - die Programmausgaben werden dann auf Ihren Bildschirm zurückübertragen (via ssh oder telnet-Verbindung). Ganz wichtig ist, dass UNIX Groß- und Kleinschreibung unterscheidet. Das gilt sowohl für den "`login"'-Prozess als auch für alle Befehlseingaben und Dateinamen. Darauf sollten Sie vor allem bei der Erzeugung von neuen Dateien achten.

Ein Wort zur Orientierung: In diesem Handbuch folgen nach den Dollarzeichen UNIX/GRASS-Kom"-mandos, die direkt übernommen und eingegeben werden können.

Nach der erfolgreichen Anmeldung im Rechnersystem wird entweder automatisch das graphische UNIX-Oberflächensystem "`X-Window"' (auch als X11 bezeichnet) gestartet, oder Sie müssen X-Window manuell aufrufen. Das erfolgt entweder über den Befehl

 $ startx     oder     $ openwin

Figure 1: GRASS in der KDE-Umgebung unter Linux
\fbox{\includegraphics[totalheight=12.5cm]{figures/kde_snap.ps}}

Es gibt für X-Window unterschiedlich gestaltete Benutzeroberflächen: Unter Solaris ist "`openlook"' und "`CDE"' verbreitet, unter Linux "`fvwm"', "`KDE"' (sieht MS-Windows ähnlich, vgl. Abb. 1), "`GNOME"' usw. Häufig haben Sie die Möglichkeit, zwischen mehreren Varianten zu wählen.

Zentrale Elemente der Oberflächen sind die Fenster, die Informationen bereithalten oder zur Kommandoeingabe dienen. Das wichtigste Fenster ist das sogenannte "`Terminalfenster"' - darin geben Sie Ihre Befehle ein. Viele Befehle werden Sie an MSDOS erinnern; UNIX war schon immer Vorbild für andere Betriebssysteme. Im Terminalfenster ist das "`Promptzeichen"' zu sehen, das üblicherweise u.a. den Verzeichnispfad angibt, in dem Sie sich gerade befinden. Unter X-Window gibt es verschiedene Terminalfenster, die in ihren Eigenschaften voneinander abweichen. Zu nennen ist vor allem das "`xterm"' (Xterminal), mit dem man sehr gut arbeiten kann. Mit der linken ("`markieren"', "`copy"') bzw. mittleren ("`einfügen"', "`paste"') Maustaste steht eine einfache Möglichkeit zur Verfügung, Dateinamen und Befehle zu übernehmen. Mit etwas Übung lassen sich so viele Befehlseingaben durch geschickten Maus-Kopiereinsatz minimieren. So können Sie auch Texte aus einem Fenster in einen Editor übernehmen, der in einem anderen Fenster geöffnet ist. Nicht benutzen sollten Sie die "`kconsole"' unter KDE, da es hier Probleme mit den GRASS-Menüs geben kann.

Im Terminalfenster selbst läuft die sogenannte "`shell"', der Kommandointerpreter, der Ihre Befehle entgegennimmt und an das Betriebssystem weiterreicht. Es gibt verschiedene "`shells"', die bei der Einrichtung des Benutzernamens festgelegt werden. Man kann unter verschiedenen Möglichkeiten wählen: Verbreitet sind die "`csh"' (C-Shell), "`ksh"' (Korn-Shell), "`bash"' (GNU Bourne-Again Shell) und die "`tcsh"' (TC-Shell). Alle "`shells"' akzeptieren sämtliche Befehle, jedoch unterscheiden sie sich in ihren Eigenschaften bezüglich der Cursortasten-Steuerung und der automatischen Dateinamen-Kom"-plettierung. Gerade letztere Eigenschaft ist sehr angenehm, da sich dadurch Schreibarbeit sparen lässt. Man braucht nur einige Anfangsbuchstaben eines Befehls oder eines Dateinamens einzugeben und komplettiert den Namen durch Tastendruck auf die Ergänzungstaste, sofern ein Befehl bzw. eine Datei mit diesen Anfangsbuchstaben vorhanden ist. Die Ergänzungstaste ist in der "`tcsh"' die "`ESC"'-Taste (zweifaches Drücken), in der "`bash"' ist es dagegen die Tabulatortaste. Alte Befehle können generell mit den "`Cursor-Hoch"'- und "`Cursor-Runter"'-Tasten editiert und benutzt werden. Die bei der Benutzereinrichtung voreinzustellende "`shell"' wird immer automatisch gestartet, sobald man ein Terminalfenster öffnet.

Wenn Sie auf der X-Window-Hintergrundfläche die rechte oder linke Maus"-taste drücken, erscheint ein Menü. Darin werden verschiedene Programme zur Auswahl angeboten, eines wird ein solches Terminalfenster (z.B. "`xterm"') sein. Im Terminal können Sie dann Ihre Befehle eingeben, einen Dateimanager starten usw. Bei den meisten Benutzeroberflächen ist am Bildrand auch eine Menüzeile mit graphischen Symbolen eingeblendet.

Ihre X-Window-Oberfläche bietet Ihnen neben dem Terminalfenster häufig auch einen elektronischen Briefkasten (mailbox) an, eine Uhr, ein kleines Fenster mit Angaben über die Systemauslastung, eine Menüzeile und ein "`Konsolenfenster"'. In letzterem erscheinen Botschaften des Betriebssystems: Die wichtigste Nachricht könnte hier eine Warnung sein, wenn einmal eine Festplattenpartition voll ist. Gerade im Umgang mit Geoinformationen werden Sie gelegentlich an die (Speicher-)Grenzen Ihres Rechners stoßen.

Sie kommen mit wenigen Befehlen aus, so dass UNIX nicht weiter kompliziert ist. Grundbefehle umfassen die Dateiverarbeitung und das Starten von Programmen. Die hohe Leistungsfähigkeit von UNIX (erkennbar auch an der Unmenge von Programmen, die generell existieren und sich teilweise bereits auf Ihrem Rechner befinden) werden Sie ganz von selbst erkennen.


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Markus Neteler 2005-04-14