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Verzeichnisstruktur

Beginnen wir mit einem Befehl zur Anzeige der Dateien im aktuellen Verzeichnis (ls: listing, -l: Option "`long listing"'):

$ ls -l

Die angezeigte Liste könnte so aussehen wie in Abbildung 2 gezeigt. Auf den ersten Blick sieht es etwas komplizierter aus als beispielsweise unter MSDOS, doch benötigen Sie nicht unbedingt alle Informationen für Ihre tägliche Arbeit. Die erste Spalte (permissions) zeigt Informationen über Dateiart und Zugriffsrechte an. Die nächste Zahlenspalte gibt die Zahl der Unterverzeichnisse an, anschließend folgen Informationen über Besitzer/-in (user) und die Benutzergruppe (group). Benutzer werden bei UNIX einzelnen Arbeitsgruppen zugeordnet. Nach der Spalte über die Dateigrößen (size) folgen das Speicherungsdatum (mit Uhrzeit, date) und schließlich Dateinamen (file) bzw. Namen von Unterverzeichnissen (directory).

Figure 2: Aufbau eines Inhaltsverzeichnisses bei UNIX
\fbox{\includegraphics{figures/unix-listing.eps}}

In unserem Beispiel erkennen Sie das aktuelle Verzeichnis an "` . "', das übergeordnete Elternverzeichnis an "` .. "'. Bei "`grassdata"' handelt es sich um ein Unterverzeichnis (directory), erkennbar am Buchstaben "`d"' in der ersten Spalte. Die Datei "`latex"' ist dagegen ein "`link"' ("`l"' in der ersten Spalte), also ein Verweis auf eine andere Datei. Mit diesen "`links"' können Sie platzsparende Verweise auf Dateien in anderen Verzeichnissen erzeugen, dabei ist diese neue "`Datei"' normal benutzbar, obwohl sie physikalisch woanders liegt. "`nations.ps"' ist nun eine "`echte"' Datei (hier eine Postscriptdatei mit Endung "`.ps"'), erkennbar am Strich in der ersten Spalte.

Relevant für UNIX sind die Benutzungsrechte (permissions). Sie können damit festlegen, wer Ihre Dateien lesen bzw. verändern darf und ob es sich um ein ausführbares Programm (executable: ein bis drei "`x"' in der permissions-Spalte) handelt. Die Rechte gliedern sich in Dreiergruppen, dabei werden die Attribute für Lesen, Schreiben, Ausführen für Sie selbst (user), für die Mitglieder Ihrer Gruppe (group) und die Mitglieder anderer Gruppen im Rechner (other) angegeben. Bei Verzeichnissen gibt das "`x"' für Ausführen an, dass die Person in das Verzeichnis wechseln darf. Beispielsweise ist die Datei "`nations.ps"' in Abbildung 2 für alle lesbar, kann aber nur durch "`emil"' verändert werden. Die Verzeichnisse "`mail"' und "`projekte"' sind nur "`emil"' zugänglich. Dagegen ist das Verzeichnis "`grassdata"' für alle zugänglich, aber nur zum Lesen. Die Datei "`ps4mf.txt"' kann von allen gelesen, aber nur von Mitgliedern der Gruppe "`users"' verändert werden (also auch "`emil"'). Die Zugriffsrechte setzt UNIX üblicherweise automatisch korrekt, jedoch sollten Sie die Schreibrechte für andere Nutzer in Systemen mit mehreren Nutzern gegebenenfalls kontrollieren. Hier sehen Sie nun ein Beispiel für die Veränderungen der Dateiattribute mit chmod, auf chown und chgrp soll hier nicht weiter eingegangen werden:

$ chmod ug+w nations.ps

Damit wird die Datei "`nations.ps"' auf die permissions -rw-rw-r-- gesetzt, also für "`emil"' und alle Mitglieder der Gruppe "`users"' les- und schreibbar, für alle anderen Nutzer weiterhin nur lesbar.


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Markus Neteler 2005-04-14