Möchten Sie eine Datei kopieren, werden Sie entweder einen Dateimanager verwenden oder den
Kopierbefehl direkt in das Terminalfenster eingeben. Sie müssen dabei den Dateinamen
angeben und das Ziel, wohin diese Datei kopiert werden soll (neuer Dateiname oder
Zielverzeichnis):
$ cp
Quelle
Ziel
Also beispielsweise:
$ cp nations.ps projekte/
In diesem Beispiel wird die Datei "`nations.ps"' vom aktuellen Verzeichnis in das Unterverzeichnis "`projekte"' kopiert (vgl. Abb. 3). Gäben Sie statt "`projekte"' das Elternverzeichnis "` .. "' an, würde die Datei nach "`/home"' kopiert (sofern Sie dort schreiben dürften, was üblicherweise nicht erlaubt ist). Da das Elternverzeichnis hier aber dem Besitzer root gehört und, da root zur Benutzergruppe root gehört, das Schreibrecht für other (also "`emil"', da "`emil"' zur Gruppe users gehört) nicht gesetzt ist, kann das Kopieren in das Elternverzeichnis nicht erfolgen. Es klingt vielleicht etwas kompliziert, Sie werden aber schnell ein Gefühl dafür entwickeln, wie einfach der Vorgang ist. Außerdem meldet das UNIX-System Ihnen, wenn eine Aktion nicht erlaubt ist ("`Permission denied"' in diesem Fall).
Sie können Dateien auch verschieben oder umbenennen (move-Kommando):
$ mv
Quelle
Ziel
Dabei kann "`Ziel"' ein Verzeichnis sein (Funktion: "`Datei dorthin verschieben"') oder
ein neuer Dateiname (Funktion: "`Datei umbenennen"'). Wollen Sie eine Datei löschen
(remove-Kommando), geben Sie Folgendes ein:
$ rm -i
Dateiname
Der Parameter "`-i"' ist sehr wichtig, sofern er in Ihrem System nicht standardmäßig gesetzt ist, damit Sie nochmals gefragt werden, ob Sie wirklich löschen wollen. Unter UNIX sind Dateien nämlich wirklich gelöscht und können nicht mehr rekonstruiert werden. Und UNIX arbeitet schnell!
Es gibt natürlich auch den Stern "` * "' und das Fragezeichen, die Sie als Platzhalter
beispielsweise für Dateiendungen verwenden können. Gerade bei der Benutzung eines
Platzhalters sollte man mit dem Löschbefehl vorsichtig sein.
Die meisten UNIX-Varianten (wie auch Linux) erlauben, normale MSDOS-Disketten zu lesen. Dazu gibt es die "`mtools"', eine Sammlung von Programmen. Ist diese Sammlung auf Ihrem System installiert, ergänzen Sie die Ihnen vielleicht noch vertrauten MSDOS-Kommandos um ein "`m"'. Zwei Beispiele sollen diese Struktur dokumentieren:
Folgender Befehl zeigt das Disketteninhaltsverzeichnis an:
Der Befehl
kopiert eine Datei von der Diskette in das aktuelle Verzeichnis ("` . "'). Mcopy verlangt immer ein Ziel, hier wurde der Punkt als Kürzel für das aktuelle Verzeichnis benutzt. Mit
kopieren Sie eine Datei vom UNIX-System auf die MSDOS-Diskette.
Wollen Sie Daten von einer CD-ROM lesen, wird es etwas umständlicher. CD-ROMs gehören wie auch Band- und Diskettenlaufwerke bei UNIX zu den sogenannten Geräten. Mit einem bestimmten Befehl können Geräte, wie hier die CD-ROM, in das System integriert werden. Mit
wird die Dateistruktur der CD-ROM in das Verzeichnis /cdrom eingeblendet (vgl. Abb. 3). Sie benötigen für diesen Befehl allerdings Administratorrechte (mit $ su werden Sie Administrator, sofern Sie das Passwort kennen). Bei manchen Rechnersystemen werden CD-ROMs auch automatisch erkannt und integriert (automount-Funktion).