Eine interessante Möglichkeit stellt die automatische Erzeugung von Isolinien (z.B. Vektorhöhenlinien aus Rasterhöhenmodellen) dar. Das benötigte Höhenmodell sollte bei möglichst hoher Auflösung interpoliert werden, um die "`Treppenbildung"' der Linienvektoren zu minimieren. Das Verfahren ist im vorigen Abschnitt beschrieben.
Das Modul zur Erzeugung der Vektoren heißt:
Die einfachste Bedienungsweise besteht darin, GRASS die Ermittlung der Minimal- und Maximalwerte zu überlassen und nur die Schrittweite (step) anzugeben, für die die Vektorlinien erzeugt werden sollen (Höhenstufen):
$ r.contour input=hoehenmodell step=Schrittweite output=hoehenliniendatei
Das Ergebnis liegt dann in der Vektordatei "`hoehenliniendatei"' vor. Diese Datei muss noch mit $ v.support "`behandelt"' werden, damit GRASS die internen Verknüpfungen ordnen kann. Der Aufruf erfolgt über:
$ v.support map=hoehenliniendatei option=build
Die sinnvolle Dichte der Höhenlinien (und damit die Äquidistanz
) ist verständlicherweise
von der Hangneigung
und dem Kartenmaßstab abhängig. Nach IMHOF 1965 (in HAKE ET
AL. 1994, S. 382) berechnet sich folgendermaßen:
| (7) | |||
| (8) |
Für
ist die Maßstabszahl einzusetzen, für
die Hangneigung in Grad, die für
den vorliegenden Relieftyp gültig ist: Typische Hangneigungen sind für Gebirge:
=
45, für das Berg- und Hügelland
= 25und für das Flachland
=
10. Entsprechend ist
zu wählen. Beispielsweise ergibt sich als Äquidistanz
[in m] im Berg- und Hügelland bei einem Maßstab von 1:50000 eine ideale Äquidistanz
von rund 15m. Dieser Wert kann als step in r.contour eingesetzt werden.
Um die mittlere Hangneigung im Projektgebiet zu ermitteln, können Sie mit $ r.slope.aspect eine Hangneigungskarte berechnen und anschließend mit $ r.univar die Kartenstatistik abfragen (insb. das arithmetische Mittel).