Vektordaten sind wichtige Kartenbestandteile, die in Form von Polygonen ("`areas"' im GRASS-Vokabular), Linien ("`lines"') und Punkten ("`sites"') auftreten können. Im Allgemeinen ist die digitale Einspeicherung von Karten in einigermaßen vertretbarem Zeitaufwand nur über den Weg der Digitalisierung von Flächenumrissen, linienhaften Verläufen von Straßen, Flüssen etc. und, wenn keine geographische Ausdehnung benötigt wird, punkthaften Attributen möglich. GRASS verwaltet Vektoren topologisch, als wesentliche Regel für die Praxis gilt, dass gleiche Flächengrenzen als eine Grenzlinie eingegeben werden müssen.
In näherer Zukunft, wenn die Mustererkennung weitere Fortschritte gemacht hat, lässt sich
die Prozedur der Digitalisierung auch im handelsüblichen oder sogar freien GIS vielleicht
einmal partiell automatisieren. Eventuell wird digitales Kartenmaterial auch einmal
erschwinglicher. In diesem Fall könnten die gewünschten Informationsebenen direkt
selektiert werden. Doch bis dahin ist die manuelle Digitalisierung häufig der einzige Weg
zur digitalen Karte. Das folgende Kapitel beschäftigt sich unter anderem mit der
Vektorisierung von analogem Kartenmaterial.
In diesem Kapitel wird nur auf Digitalisierung mit der Maus am Bildschirm eingegangen. Die Installation von Digitalisierbrettern ist im "`GRASS 4.1 Installation Guide"' beschrieben, der auch für GRASS 4.x und GRASS 5.0.x in diesem Punkt Gültigkeit besitzt.