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Digitalisieren von Karten

Wenn kein Digitalisierbrett vorhanden ist, aber ein Scanner in erreichbarer Nähe steht, lässt sich die Digitalisierung einer Karte problemlos durchführen. Wie eine gescannte Karte in GRASS übernommen wird, finden Sie im Abschnitt 6.6.

Als Ersatz für ein Digitalisierbrett kann die Maus eingesetzt werden. Dazu rufen Sie das Modul

$ v.digit

nach dem Start eines GRASS-Monitors auf. Als Digitalisierbrett wird "`none"' ausgewählt. Nach der Angabe einer Vektordatei (neu oder bereits vorhanden) erscheint ein Formular mit Daten zu Person, Datum, Koordinaten etc. Verpflichtend muss der Parameter "`Map's Scale"' von 1:0 auf den entsprechenden Kartenmaßstab gesetzt werden.

Provide the following information: 

        Your organization    Geographisches Institut_____ 
        Todays date (mon,yr) Jan 25 99__________ 
        Your name            Emil______________ 
        Map's name           realnutzung____________________________ 
        Map's date           __________ 
        Map's scale          1:25000____ 
        Other info           Sommer 1998____________________________ 
        Zone                 0____ 
        West edge of area    3568750_______ 
        South edge of area   5762774_______ 
        East edge of area    3574250_______ 
        North edge of area   5767726_______

Nach dem Ausfüllen dieser Seite (relevant ist: "`Map's scale"') gelangt man zum Hauptmenü.

Die topographische Karte sollte nun in den Hintergrund gelegt werden, um sie als Digitalisiergrundlage verwenden zu können: Unter dem Menüpunkt "`Customize"' (großes "`C"') befindet sich der Menüpunkt "`Backdrop cell map"' (großes "`B"'), der eine Rasterkarte in den Hintergrund laden lässt.

Jetzt kann das eigentliche Digitalisiermenü mit "`D"' wie "`Digitize"' aufgerufen werden. Das Modul v.digit ist im Prinzip selbsterklärend, für speziellere Informationen sei auf das entsprechende CERL-Tutorial: v.digit verwiesen. Unter "`Customize"' befindet sich u.a. ein "`Color"'-Menü, mit dem sich die Farben der digitalisierten Linien etc. verändern lassen. Damit können die Farben optimal sichtbar an den jeweiligen zu digitalisierenden Untergrund angepasst werden. Wichtig ist, den zu digitalisierenden Typ (mit "`t"') für "`Line"', "`Area"', "`Site"' zu wählen und gegebenenfalls das "`Autolabeling"' einzuschalten. Mit dieser Funktion wird die Attributnummer (category number) gesetzt, der erklärende Attributtext (category text) kann (bisher) nicht direkt in v.digit eingetragen werden. Daher sollten Sie immer mitschreiben, welche Attributnummer welchem Objekttyp entspricht. Die Attributtexte werden erst nach der Arbeit in v.digit mit dem Modul v.support ("`Edit the category file"') eingetragen.

Nicht zu vergessen ist der Hinweis auf die "`Zoom"'-Funktion, die sogar eine genauere Digitalisierung als mit einem Brett zulässt.

Um Verwirrung vorzubeugen: Punkte lassen sich sowohl als Vektorpunkte (in v.digit) als auch im eigenen Punktformat in GRASS speichern. Auf Letzteres wird im nächsten Kapitel eingegangen. Die Punkte im Vektorformat sind üblicherweise das Resultat von Digitalisierungen, die Punkte im eigenen Sitesformat Ergebnis von Importierungen aus Dateien mit Koordinaten (Hoch-, Rechtswert) und Attributen.

Eine wichtige Grundregel im topologischen GIS besteht darin, Grenzlinien, die benachbarte Flächen trennen, nur einfach zu digitalisieren. GRASS ordnet diese Grenzlinie gleichzeitig beiden Flächen zu. Keinesfalls dürfen zwei parallele Linien digitalisiert werden.


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Markus Neteler 2005-04-14