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Automatische Vektorisierung von Rasterdaten

Häufig ist auch genau der andere Weg wichtig: aus Rasterdaten (Linien oder Flächen) sollen Vektordaten erstellt werden. Das kann einerseits manuell mit dem Modul v.digit erfolgen, jedoch gibt es eine automatisierte Alternative. GRASS bietet zwei interessante Module für die automatische Vektorisierung:

Linien und Flächen sind getrennt zu behandeln.

Um eine Linienkarte zu vektorisieren, müssen die Linien in der Rasterdatei "`verdünnt"' werden. Das geschieht mit dem Modul:

$ r.thin

Anschließend wandelt

$ r.line

alle Linien in der Rasterdatei in eine neue Vektordatei um.

Flächen können direkt vektorisiert werden. Das Modul

$ r.poly

sorgt für die entsprechende Umwandlung. Die Vektorattribute werden übertragen.

In beiden Fällen ist anschließend $ v.support auf die neue Vektordatei anzuwenden. Zum Setzen oder Überprüfen der Label kann $ v.digit herangezogen werden.

Eine geographisch interessante Anwendung ist die automatische Digitalisierung von Höhenlinien. Die Erzeugung der Vektorlinien aus einem Höhenmodell erfolgt mit

$ r.contour

Sie brauchen miminal nur die Linienabstände in Höhenmetern anzugeben (z.B. 10m-Intervalle), alle anderen Werte werden automatisch ermittelt.

Ein Hinweis für gescannte topographische Karten mit "`bereinigter"' Farbtabelle (weniger als 20 Farben): Mit dem Modul

$ r.reclass

können alle Farbinformationen bis auf die Farbe der Höhenlinien ausgeblendet werden (dazu muss bei gescannten Karten die Farbtabelle mit Bildbearbeitungssoftware wie xv aufbereitet sein). Danach kann die Selektion über die Klassifizierung erfolgen. Eine Farbtabelle mit beispielhaften Werten für digitale Karten befindet sich im Anhang A.8.2.

Es ist auch möglich, die äußere Grenze von Punkten (Umhüllungskurve, convex hull) automatisch als Vektorgrenzen zu erzeugen. Dazu wird eine Rasterkarte, die nur einzelne Punkte enthält, in eine Vektorpunktkarte umgewandelt. Dieses Verfahren ist nur über eine Zwischenumwandlung in das Punktformat möglich:

$ r.to.sites -a input=rasterkarte output=punktkarte

Diese Punktkarte kann nun in Vektorpunkte umgewandelt werden mit:

$ s.to.vect input=punktkarte output=vektorkarte

Der umschließende Vektorlinienzug wird mit  
$ v.geom in=vektorkarte output=vektorgrenze operation=hull

erstellt. So können Sie beispielsweise mit GPS punktweise eingemessene Ackerschlaggrenzen in eine Vektorfläche konvertieren.


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Markus Neteler 2005-04-14