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Berechnung von Thiessen-Polygonen
Als weiteres Beispiel für eine Interpolationsanwendung soll ein hydrologisches Thema
folgen: Dort wird zur Untersuchung der Grundwasserneubildung der Gebietsniederschlag
betrachtet. Dabei werden die Messungen einzelner Stationen, die repräsentativ für ein
Gebiet stehen, über die Fläche interpoliert, um die Niederschläge der Teilgebiete zu
bestimmen. Das hierfür eingesetzte Rechenverfahren nach Thiessen, die sogenannten
"`Thiessen-Polygone"', lässt sich auch in GRASS durchführen. Dabei werden zur
Gebietsabgrenzung die Mittelsenkrechten der Verbindungsgeraden zwischen den einzelnen
Stationen errichtet. Die umgrenzten Flächen beinhalten also jeweils eine Messstation.
Im Abschnitt 8.1 "`Manuelles Setzen von Punkten"' ist ein Weg zum
Digitalisieren dieser Messstationen mit der Niederschlagshöhe als Attribut (v.digit-Variante)
beschrieben.
Um möglichst glatte Ränder an den Flächengrenzen zu bekommen, können Sie die Auflösung in
$ g.region
( Menüpunkt 1) vor der Interpolation heraufsetzen. Die Berechnung der Mittelsenkrechten
erfolgt über das Sites-Interpolations"-modul mit
$ s.surf.idw in=sitesdatei out=thiessen npoints=1
Die berechneten Polygone können mit
$ d.rast thiessen
$ d.site.labels sitesdatei
angesehen werden (der zweite Befehl blendet die Zahlenwerte ein). Sollen die Polygone
vektorisiert werden, erfolgt diese Umwandlung mit $ r.poly in das
Vektorformat.
Alternativ kann das Modul $ s.voronoi verwendet werden (vgl. zur
Theorie die Erläuterungen in BILL 1996).
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Markus Neteler
2005-04-14