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Kartengestaltung mit xfig

Das Programm $ xfig ist recht einfach zu bedienen. Es handelt sich quasi um ein Zeichenprogramm, das zusätzlich einige für kartographische Belange relevante Funktionen bereithält. Am interessantesten ist der einstellbare Maßstab (in der rechten Maßleistenecke), der beliebig gesetzt werden kann. Dadurch werden Linienlängen usw. beispielsweise gleich (je nach Maßstab) in Metern angegeben, so dass sich sehr einfach Kartenrahmen und Legenden zeichnen lassen. Dazu klicken Sie mit der rechten Maustaste auf die Maßstabsangabe oben rechts, definieren im nun erscheinenden Fenster "`Figure units: user defined"', als "`Unit name: cm"', "`Figure scale: user defined"' und schließlich als "`Scale factor: 50000"' (oder eine andere Maßstabs"-zahl). Nun werden Linienstrecken immer in geographischer Ausdehnung gemäß dem gewählten Maßstab angezeigt.

Generell wird Ihnen die aktuelle Bedeutung der Maustasten oben rechts erklärt. Das Programm unterstützt drei Maustasten. Zeichenelemente lassen sich gruppieren: Beispielsweise werden aus GRASS importierte Vektoren (dort mit v.out.xfig exportieren) immer in einer Objektgruppe zusammengefasst, um alle Vektoren gleichermaßen verschieben zu können.

Eine Rasterkarte aus GRASS lässt sich in $ xfig integrieren, indem sie im TIFF-Format aus GRASS exportiert und mit $ xv in das PNG-Format umgewandelt wird. In xfig gibt es ein "`Picture"'-Element in der Menüleiste, um die Karte mit der Maus zu platzieren. Für die Herstellung hochauflösender Karten für diesen Import sollte der CELL-Treiber in GRASS verwendet werden (vgl. Abschnitt 9.3).

Für die direkte Verarbeitung von Vektordaten kann das Script $ v.out.xfig (neu ab GRASS 4.2.1) benutzt werden. Die Vektorlinien, -flächen und -punkte werden hier in das xfig-eigene ASCII-Vektorformat exportiert. Punkte im Sites-Format sollten Sie vorher in das GRASS-Vektorformat umwandeln (s.to.vect) und mit der Vektorkarte überlagern (v.patch).

Eine andere Art, Karten in $ xfig zu importieren, besteht darin, die Karte mit ps.map zu erstellen und sie dann mit $ pstoedit in das xfig-Format umzuwandeln. Dabei ist es generell besser, jede einzelne Informationsebene einzeln mit $ ps.map / $ pstoedit zu exportieren, da diese dann in $ xfig einfacher getrennt zu bearbeiten sind. Man muss natürlich darauf achten, immer den gleichen Massstab beim Export zu benutzen.

Um mehrere Linien (vor allem Vektorlinien) auf einmal in xfig verschieben zu können, gibt es den "`Compound"'-Knopf (Gruppieren) in der Mitte der linken Menüleiste. Es ist mit der Maus (mittlere Taste) eine Box um die zu gruppierenden Linien zu ziehen und dann mit einem weiteren Klick auf die mittlere Taste zu bestätigen. Oben rechts wird immer die Bedeutung der einzelnen Mausknöpfe erläutert.

Eine Besonderheit gibt es in xfig: Flächen werden gestapelt und können sich daher verdecken. Jeder Fläche ist eine Tiefe ("`depth"') zugeordnet, die Sie über den "`Edit"'-Knopf einstellen können. Klicken Sie zuerst auf "`Edit"' im linken Menü, dann auf das einzustellende Objekt. Es erscheint das "`Edit-Fenster"', in dem Sie zahlreiche Parameter neben der Stapeltiefe einstellen können. Je größer die "`depth"', desto tiefer liegt das Objekt. Standardtiefe ist "`100"'. In der Abbildung 25 hat die importierte Karte (als Bild importiert) die Tiefe "`100"', die Ellipsen (obwohl sie transparent sind) wurden mit "`99"' (kleinere Tiefe) belegt, damit sie über und nicht unter der Karte liegen. So lassen sich sehr einfach Zeichnungen und Kartenelemente anfertigen.

Nach kurzer Übungszeit können Sie mit xfig hochwertige Karten in beliebigen Papierformaten erzeugen und diese beispielsweise im Postscriptformat, aber zum Beispiel auch als PDF-Datei, abspeichern. Ein Beispiel zeigt die Abbildung 25.

Figure 25: Kartenherstellung mit xfig


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Markus Neteler 2005-04-14