Wenn also Karten aus GRASS exportiert werden sollen, die sowohl Raster- als auch Vektordaten beinhalten, haben "`Bildschirmfotos"' bekanntlich nur eine geringe Qualität. Daher wurde der CELL-Treiber geschaffen, der sich wie ein GRASS-Monitor verhält. Dieser Treiber wird gestartet, und alles, was nun über die Display-Befehle sonst angezeigt wird, in eine Datei umgeleitet, bis der Treiber wieder beendet wird. Der CELL-Treiber erzeugt Rasterdaten, dargestellte Vektordaten werden in das Rasterformat umgewandelt. Bei hoher Auflösung ist diese Umwandlung kaum erkennbar.
Ist die CELL-Ergebniskarte erzeugt (GRASS-Rasterdatei: D cell), kann sie beispielsweise mit $ r.out.tiff exportiert werden. Die Schwierigkeit bei der Benutzung des Treibers besteht da"-rin, dass man nicht sehen kann, was passiert. Er muss quasi "`blind"' bedient werden (deshalb ist anzuraten, vorher den Ablauf mit dem normalen GRASS-Monitor zu üben oder ein kleines Script zu schreiben).
Das genaue Verfahren läuft folgendermaßen ab:
$ export GRASS WIDTH=xxx
$ export GRASS HEIGHT=yyy
Beispiel (1500
1000):
$ export GRASS WIDTH=1500
$ export GRASS HEIGHT=1000
$ d.mon start=CELL
$ g.region save=aktuelle region
Nun wird die mapset auf die xy-Projektion der neuen "`D cell"' Datei umgesetzt:
$ g.region raster=D cell
Dann kann entweder ein GRASS-Monitor mit $ d.mon zum Betrachten der Karte "`D cell"' gestartet oder die Datei "`D cell"' beispielsweise mit
$ r.out.tiff
exportiert werden. Ist der Monitor bereits geöffnet, muss $ d.erase aufgerufen werden, um auch den Monitor auf die xy-Projektion umzustellen.
$ g.region region=aktuelle region
Läuft der GRASS-Monitor bereits, wird er mit $ d.erase von der xy-Projektion von "`D cell"' wieder in die übliche Projektion zurückgesetzt.
Die exportierte Rasterdatei "`D cell"' (die auch gerasterte Vektoren enthalten kann) lässt sich dann beispielsweise für die Kartenherstellung in $ xfig verwenden (vgl. vorigen Abschnitt 9.2).
Die Benutzung des CELL-Treibers erscheint vielleicht etwas umständlich, dafür können aber
auch Karten in beliebiger Größe mit hoher Auflösung erzeugt werden.
Alternativ läßt sich auch der PNG-Treiber benutzen (ab GRASS 5.x).